Trockenkräuter – lieber nicht!

Nachdem mittlerweile fast allen bekannt ist, dass Getreide nicht in *Kaninchenmägen gehört, hat die Industrie schnell eine vermeintlich tolle Alternative gefunden: Trockenkräuter!

Auf den ersten Blick sind Trockenkräuter ein perfektes Futter für Kaninchen. In freier Wildbahn stehen Kräuter wie Löwenzahn, Spitzwegerich & Co schließlich auf dem täglichen Speiseplan. Stimmt! Allerdings macht es einen großen Unterschied, ob die Kräuter frisch oder getrocknet verspeist werden.

Zum einen geht beim Trocknungsprozess der Wassergehalt fast komplett verloren. Für ein funktionierendes Verdauungssystem ist es aber wichtig, dass Kaninchen ausreichend wasserhaltige Nahrung aufnehmen, damit die Nieren durchgespült werden. Des Weiteren sind Kaninchen auf eine faserreiche Ernährung angewiesen. Diese Fasern werden werden bei Trocknungsprozess zerstört. Beim Kauen bleiben nur noch Brösel. Der Blinddarm wird dadurch schwer belastet.

Des Weiteren verschwinden Vitamine und andere Wirkstoffe bei der Trocknung, die für die Verdauung extrem wichtig sind.

Und: Die Verdauung eines Kaninchens funktioniert nur dann gut, wenn der Nahrungsbrei kontinuierlich durch nachkommendes Futter weitergeschoben wird. Getrocknete Kräuter bleiben gerne im Magen liegen, wodurch dieser Prozess ins Stocken gerät. Aufgasungen und andere Magenprobleme sind die Folge. Von Übergewicht ganz zu schweigen.

Daher gilt auch hier mein Credo: Am besten orientiert man sich beim Füttern an dem, was die Kaninchen in der Natur fressen. Getrocknete Kräuter gibt es dort nicht.

Hie und da als Leckerli sind sie natürlich in Ordnung, allerdings selten und wenn, nur eine kleine Prise.

*gilt auch für Meerschweinchen 😊